FPV - Was ist das eigentlich?

 

Sich einmal wie ein Vogel fühlen und durch die Lüfte gleiten. Einen Traum, den bestimmt schon jeder gehabt hat und welcher in Filmproduktionen lange nur den Hollywoodblockbustern vorbehalten war. Wurden Luftaufnahmen benötigt, so musste man meistens auf einen Helikopter zurückgreifen. Doch Fortschritt der Technik sei Dank, ist so ein großer Vogel heute gar nicht mehr von Nöten. Eine Drohne maximal so groß wie eine Amsel, die qualitativ hochwertige Aufnahmen anfertigt, bei der der Pilot mit der Drohne verschmilzt? Das wäre vor einigen Jahren noch eine Wunschvorstellung gewesen. Doch mittlerweile hat diese Technik sogar einen Namen. FPV.

 

 

FPV steht für First Person View und hier liegt auch schon der offensichtlichste Unterschied zu herkömmlichen Drohnen, wie einer DJI Mavic. Durch eine an der Front star befestigten Kamera, sieht der Pilot das übertragene Bild aus der Sicht der Drohne. Hierfür wird eine möglichst latenzfreie Bildübertragung benötigt, sprich der Pilot möchte das Bild möglichst in Echtzeit vor sich sehen. Eine schnelle Bildübertragung heißt allerdings auch schlechte Bildqualität. Aus diesem Grund sind FPV-Drohnen meist mit einer weiteren Action Cam ausgestattet. Mittlerweile gibt es allerdings auch schon etwas größere Varianten, die echte Filmproduktionkameras tragen können, um noch mehr kreativen Spielraum in der Postproduktion zu bieten. Kreativen Spielraum besitzt auch der Pilot, dieser verschmilzt durch seine Videobrille förmlich mit dem Kopter und das ist enorm wichtig. Denn hier kommen wir zum zweiten wichtigen Alleinstellungsmerkmal. FPV Drohnen fliegen sich nur im manuellen Modus, unterstützende Steuerungssysteme, die einem unter die Arme greifen, gibt es nicht. Dadurch besitzt man in der Luft absolute Bewegngsfreiheit, muss allerdings auch in Kauf nehmen, dass die Finger immer an den Steuersticks bleiben müssen. Nimmt man also die Finger von den Steuerknüppeln, wird die Drohne mit ziemlicher Sicherheit ihren Weg zum Boden finden, einsatzfähig ist sie danach wahrscheinlich leider nicht mehr.

 

 

Genau aus diesem Grund ist ein ausgiebiges Üben am Simulator quasi eine Voraussetzung, um Crashes und viele Reperaturarbeiten zu verhindern. Mittlerweile hat DJI seine eigene FPV-Drohne veröffentlicht, dieses Modell ist wesentlich Einsteiger freundlicher und bietet ebenfalls einige technische Innovationen. So besitzt die Drohne zum Beispiel nur noch eine Kamera anstatt zwei, welche hochwertige Bilder aufzeichnet und gleichzeitig ein Videosignal in Echtzeit überträgt. Außerdem hat DJI diverse Flughilfen mit eingebaut. Die wohl praktischste lässt die Drohne an einer Stelle schweben, somit kann der Pilot auch in der Luft einmal kurz durchatmen und die Hände von den Sticks nehmen. Dennoch bleibt bei der Industrie-Drohne die Modularität auf der Strecke. Umbauarbeiten, wie sie für FPV Drohnen typisch sind, lassen sich nur schwer bis gar nicht durchführen und diese gibt es bei uns regelmäßig.

 

 

Vor jedem Start gibt es bei uns ein Check Up der Drohne, Kabelverbindungen werden geprüft, Schrauben festgezogen und eventuelle Softwareanpassungen vorgenommen. Dann geht es auch schon in die Luft. Die Freiheit genießen, naja zumindest solange man sich innerhalb der Regularien bewegt. Sind alle Vorraussetzungen erfüllt, stehen dem Piloten allerdings so gut wie alle Türen offen. Von beeindruckenden Sturzflügen, über Flugmanöver ganz dicht über dem Boden, hinzu Loopings und Drehungen, die einem Videospiel entspringen könnten, der Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt. Außergewöhnliche Aufnahmen sind gerade im heutigen Social Media Zeitalter von immenser Bedeutung. Aufmerksamkeitsspannen sinken und es erfordert immer ausgefallenere Wege, um Menschen zu begeistern. In unserem Projekt „Tales On Ice“ könnt ihr die FPV Drohne im Einsatz sehen. Hier wollten wir die Dynamik des Sports einfangen, natürlich gibt es noch weitere Anwendungsbereiche für FPV Aufnahmen. Besonders gut zu Geltung kommen Beispielsweise auch spannende Räumlichkeiten oder Produktionsstätten.